Prostata-Hyperplasie (BPH)

Die Prostata-Hyperplasie ist eine sehr häufig auftretende Erkrankung und betrifft rund 50% aller Männer ab dem 50. und rund 80% ab dem 60. Lebensjahr.

Wenn sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bei sich feststellen, liegt bei Ihnen vermutliche eine Prostata-Hyperplasie vor:

  • Häufiger Urindrang – vor allem bei Nacht.
  • Schwierigkeiten beim Urinieren.
  • Unterbrochener und/oder schwacher Harnstrahl.
  • Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren.
  • Erneuter Harndrang innerhalb von 2 Stunden nach dem letzten Urinieren.
  • Inkontinenz.
  • Blut im Urin.
  • Schmerzen beim Urinieren oder fauliger Uringeruch (kann auch Anzeichen einer Infektion sein).

Ist BPH ein Gesundheitsrisiko?

BPH ist an sich ungefährlich, kann aber im Laufe der Zeit ernsthafte Erkrankungen auslösen. Sie sollten daher beim ersten Auftreten der Symptome einen Arzt aufsuchen.

BPH verursacht keinen Prostatakrebs. Allerdings sind einige Symptome beim Prostatakrebs identisch mit BPH-Symptomen. Sie sollten daher in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

Ursachen der BPH?

Die Prostata ist eine walnussgroße Drüse bei Männern. Sie liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre, durch die der Harn aus der Blase abfließt. Bei fortschreitendem Alter vergrößert sich die Prostata, von Fall zu Fall allerdings in unterschiedlichem Umfang. Bei einigen Männern verursacht dies Probleme beim Urinieren. BPH entsteht, wenn die vergrößerte Prostata die Harnröhre komprimiert und den Urinabfluss behindert.

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Normal prostata
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Enlarged prostata

Wie wird BPH diagnostiziert?

Ein Urologe diagnostiziert den Zustand der Prostata in der Regel durch eine Beobachtung des Urinabflusses, der Blasenfunktion und einer visuellen Inspektion (Zystoskopie).

Behandlungsoptionen?

Die Optionen reichen von der Medikation über den chirurgischen Eingriff bis zur Implantation eines Stents.

Medikation

Es stehen zwei Gruppen von Medikamenten zur Verfügung: 5-Alpha Reduktase Inhibitoren (5-ARI) und Alpharezeptorblocker.

Erstere verkleinern die Prostata, die Wirkung setzt aber erst nach 6 Monaten ein. Die Erfolgsquote liegt lediglich bei 2 -4 von 10 Patienten. Letztere verkleinern zwar nicht die Prostata, verringern aber den Druck auf die Harnröhre wodurch die Hemmung des Urinflusses beseitigt wird. Der maximale Effekt tritt erst nach 3 Monaten ein und zwar nur bei 3 -5 von 10 Patienten.

Chirurgische Eingriffe

Die Techniken reichen von der Laser-Therapie über die Verdampfung der Prostata oder die Erhitzung mit Mikrowelle oder Wasserballon bis hin zur offenen Schnitt-OP oder einer TUR-P. Diese Techniken sind effizient, haben aber erhebliche Auswirkungen auf den Patienten, da sie nur in Vollnarkose durchgeführt werden können und das Risiko schwerer negativer Folgewirkungen besteht.

Stent Implantation

Der Memokath™-Stent für die BPH Behandlung wird unter Lokalanästhesie oder Sedierung eingesetzt. Die Wirkung tritt sofort ein, die Behandlung erfolgt ambulant. Der Memokath™-Stent besteht aus einer kleinen spiralförmigen Röhre, die bis zur Prostata in die Harnröhre geschoben wird. Er öffnet die Verengung und ermöglicht wieder den normalen Urinabfluss. Der Stent kann über Jahre im Körper verbleiben (bei einigen Patienten erfolgreich bis über 10 Jahre). Er ist leicht einzusetzen und kann bei Bedarf ebenso leicht entfernt oder ausgetauscht werden.